Bauingenieurin Sabrina Friedrich kümmert sich um den Paulusdom

Beim Blick auf den Dom geht das Herz auf

Schon morgens auf dem Weg zur Arbeit geht Sabrina Friedrich „das Herz auf“, wie sie sagt. „Immer dann, wenn die Türme des Paulusdomes in mein Blickfeld geraten“, erklärt die 35-Jährige. Kirchen und andere historische Gebäude – das sind die Leidenschaften der Münsteranerin. Seit drei Jahren arbeitet Sabrina Friedrich als Bauingenieurin in der Bauabteilung des Bistums Münster – und betreut unter anderem den St.-Paulus-Dom. „Das ist für mich ein großes Privileg“, sagt sie. In ihrer Abteilung herrsche ein gutes Arbeitsklima. „Sowohl unter den Kollegen als auch mit unserem Chef haben wir ein offenes, teils freundschaftliches Verhältnis“, beschreibt sie.

Selbstverständlich sei das nicht, weiß die gelernte Steinmetzin und Bildhauerin, die in ihrem Team aktuell die einzige Frau ist. Ihrer Meinung nach müsse man sich als Frau – gerade auf der Baustelle – häufig ein bisschen mehr Respekt erarbeiten, „ein Mann genießt den oft von Anfang an“. Doch das hat Sabrina Friedrich nicht davon abgehalten, den Beruf zu ergreifen. Früh entdeckte sie ihr Interesse für das Handwerk. „Als ich 16 war, ist mein Vater überraschend gestorben. Wir wollten einen besonderen Grabstein für ihn, der seine Persönlichkeit wiederspiegelt“, erinnert sie sich. Ihre Familie beauftragte einen Steinmetz, die damals Jugendliche schaute ihm dabei über die Schulter und machte anschließend ein Praktikum. Danach stand ihr Berufswunsch fest.

Nach der Ausbildung studierte Sabrina Friedrich Bauingenieurwesen. Für ihre Abschlussarbeit über die Umnutzung von Kirchen kooperierte sie mit dem Bistum Münster. „Für mich war klar: Da möchte ich mal arbeiten“, sagt die Mutter eines zweijährigen Sohnes. Der erste Eindruck von damals hat sich nach einigen anderen beruflichen Stationen bestätigt: „Das Bistum Münster ist ein guter Arbeitgeber, man wird ernst genommen und in Gesprächen wird immer versucht, eine Lösung für schwierige Situationen zu finden“, sagt die Bauingenieurin. Besonders schätzt Sabrina Friedrich die Familienfreundlichkeit ihres Arbeitgebers: „Alles, was ich mir für den Wiedereinstieg nach der Elternzeit überlegt hatte, hat problemlos funktioniert“, schildert sie. Auch auf die kostenfreie Notfall-Betreuung, den „pme-Familienservice“ in Münster, mit dem das Bistum kooperiert, hat sie schon zurückgegriffen. „Die Tagesmutter war krank und wir brauchten dringend eine Betreuung“, erinnert sie sich und lobt: „Eine tolle Lösung für den Notfall.“

Einige Dinge ließen sich – wie in jedem Unternehmen – noch verbessern, sagt Sabrina Friedrich. „Manche Strukturen in der Verwaltung sind doch etwas festgefahren, da hat man es als junge Kollegin mit neuen Ideen nicht immer ganz leicht“, sagt sie. Doch die Vorteile des Arbeitgebers überwiegen für die 35-Jährige deutlich: „Wahrscheinlich würde ich als Bauingenieurin nirgendwo so unterschiedliche und vielfältige Gebäude vorfinden.“ Außerdem, so vermutet Sabrina Friedrich, hätte sie in der freien Wirtschaft in ihrem Berufsfeld nicht die Möglichkeit, Beruf und Familie so miteinander zu vereinbaren, wie es beim Bistum Münster möglich ist. Beim Blick auf den Dom fügt die Bauingenieurin noch an: „Und es gibt keine schönere Aufgabe als dazu beizutragen, den St.-Paulus-Dom als Ort des Glaubens und als historisches Wahrzeichen von Münster auch weiterhin zu erhalten.“

Ann-Christin Ladermann