Lehrer Sebastian Kornek unterrichtet Latein, Religion und Französisch

Das Lehramt lag in der Familie

Seine Eltern sind beide Religionslehrer. „Da konnte ja nichts anderes herauskommen“, sagt Sebastian Kornek mit einem Schmunzeln. Lange war das allerdings nicht so klar. Erst nach dem Abitur entschied sich der 36-Jährige, statt Medizin doch Latein, katholische Religion und Französisch zu studieren. Heute unterrichtet er diese Fächer am bischöflichen Arnold-Janssen-Gymnasium (AJG) in St. Arnold. 

Seit 2015 ist Sebastian Kornek am AJG. „Wir haben tolle Schülerinnen und Schüler“, lobt der Lehrer das Engagement der rund 1000 Kinder und Jugendlichen. Aber auch das Kollegium und die Schulleitung schätzt er sehr: „Alle sind extrem aufgeschlossen und locker.“ Ideen seien immer willkommen. „Jeden Tag wird man herausgefordert, erfährt aber auch viel Wertschätzung“, fasst Kornek die Atmosphäre an der Schule zusammen.

Neben dem Unterricht ist der gebürtige Bad Driburger auch für spirituelle Angebote am AJG zuständig: „Wir probieren immer wieder neue Formen der Glaubensvermittlung aus.“ Vor den Sommerferien ist Kornek mit 15 Oberstufenschülern zehn Tage lang 165 Kilometer auf dem spanischen Jakobsweg gepilgert: „Eine coole Zeit, die die Jugendlichen geprägt hat.“ Dass so etwas möglich ist, dafür ist Kornek dem Bistum Münster als Schulträger dankbar: „Die Rahmenbedingungen sind hervorragend.“ Und damit meint er nicht nur die finanziellen Zuschüsse bei Klassen- und Kursfahrten, sondern auch das technische Equipment: „Wir sind wirklich gut ausgestattet.“ Lehrerkollegen an staatlichen Schulen, weiß er, sind oftmals nicht in dieser luxuriösen Situation...

Seit einigen Jahren engagiert sich Kornek im Vorstand des Verbandes der katholischen Religionslehrerinnen und -lehrer an Gymnasien und Gesamtschulen im Bistum Münster. Für ihn eine gute Möglichkeit, sich mit anderen zu vernetzen und Fortbildungen mit zu organisieren: „Die Schulabteilung des Bistums bietet viele interessante Veranstaltungen an.“

Das neue Wissen bringt er mit in die Schule. Aber auch aus dem Kollegenkreis kommen Anregungen. Gewünscht werden beispielsweise Auszeiten, nicht nur in der Adventszeit. Und auch der Klimaprotest „Fridays for future“ soll am AJG noch mal intensiver ein Thema sein. „Wir wollen uns mit den Fragen der Jugendlichen beschäftigen – und gemeinsam nach Antworten suchen“, beschreibt er die Motivation der Schulgemeinschaft.

Sebastian Kornek ist gut katholisch aufgewachsen, hat selbst eine Missionsschule der Steyler in Bad Driburg besucht. Doch in der Oberstufe schwand das Interesse an Gott und Glauben: „Da war ich relativ raus.“ Seine Eltern, eher liberale Katholiken, ließen den Sohn gewähren. Der Weltjugendtag im Jahr 2000, zu dem Sebastian Kornek mit einer Gruppe nach Rom reiste, brachte die Wende: „Da habe ich plötzlich gespürt, wie weltumfassend das Katholischsein ist.“

Gudrun Niewöhner

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