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Schwester Kathrin Vogt ist Religionslehrerin in Burlo

Der Ruf Gottes war lauter

Bankkauffrau wollte sie werden. „Das war mein Traumberuf“, erinnert sich Kathrin Vogt. Nach der Fachhochschulreife machte sie eine entsprechende Ausbildung. Hängte den Bankfachwirt gleich dran. Die junge Frau aus der Nähe von Fulda war zufrieden. Doch auch nachdenklich. Sie hatte die Ordensgemeinschaft der Oblaten kennengelernt – und Feuer gefangen. Heute lebt die 38-Jährige mit vier Mitschwestern in der ersten deutschen Kommunität in Borken-Burlo und unterrichtet Religion am Gymnasium Mariengarden, einer Privatschule des Ordens. 

Dass sie mal ins Kloster gehen würde... Kathrin Vogt hätte es nie von sich geglaubt. Doch nachdem sie die Oblatinnen, ein junger, erst 1997 in Madrid gegründeter Orden, kennengelernt hatte, wollte sie immer mehr über das Leben der Schwestern wissen: „Ich habe versucht, so oft wie möglich an den Gebetszeiten teilzunehmen.“ Das Zusammensein in der Gemeinschaft erfüllte die Fuldaerin. Und obwohl sie bei der Bank ihren Traumjob bekam, kündigte Kathrin Vogt nach der Ausbildung: „Der Ruf Gottes war lauter.“

Sie packte den Koffer und ging nach Spanien. Über so viel Mut wundert sich die 38-Jährige heute selbst. Sie begann das Vornoviziat, schloss das Noviziat an, studierte fünf Jahre katholische Theologie an der Universität in Madrid, arbeitete zwei Jahre in einer Pfarrei in Andalusien mit – und legte schließlich 2015 ihr Ewiges Gelübde ab.

Weil sie gut mit Geld umgehen kann, wurde Kathrin Vogt schnell Generalökonomin des Ordens. Sie machte zusätzlich eine Ausbildung zur geistlichen Begleiterin und unterrichtete Religion an einer spanischen Schule.

Die Oblatinnen wollen das Evangelium zu den Menschen bringen, sagt Schwester Kathrin. Weil Deutschland längst Missionsland ist, war schnell der Wunsch da, dort eine Kommunität zu gründen. Burlo erwies sich wegen des nahe gelegenen Gymnasiums Mariengarden als idealer Standort. Seit 2017 leben die Schwestern im Obergeschoss eines Zweifamilienhauses mitten im Wohngebiet: „Wir fühlen uns hier sehr wohl“, sagt Kathrin Vogt. An die Frauen in Ordenskleidern haben sich die Nachbarn gewöhnt, sie sind mittendrin, gehören bei Festen dazu. Neben ihrer Arbeit engagieren sich die Oblatinnen in der Jugend- und Familienpastoral auf Provinzebene der Oblaten.

Gudrun Niewöhner

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