Bürokaufmann Felix Jacobs arbeitet in der Bistumsverwaltung und studiert BWL

Eigenverantwortlich und proaktiv

Die Entscheidung fiel 2014 bei einer Jobmesse in der Halle Münsterland: „Da habe ich das Bistum Münster zum ersten Mal als Arbeitgeber kennengelernt“, erinnert sich Felix Jacobs. Die Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement hat der 21-Jährige im Bischöflichen Generalvikariat längst abgeschlossen – und studiert bereits im vierten Semester berufsbegleitend an der Fachschule für Wirtschaft in Münster. Das Ziel: staatlich geprüfter Betriebswirt. 

Vorgeschlagen als Gesicht für die Arbeitgeberkommunikation des BIstums wurde er von einer Kollegin, die ihn als engagiert und zielstrebig beschreibt. Als junges Gesicht im Bistum Münster sei er ein gutes Beispiel dafür, wie jemand seine Ausbildung absolvieren, übernommen werden und anschließend berufsbegleitend studieren kann, heißt es in dem Vorschlag. „Ich habe mich sehr geehrt gefühlt“, sagt Jacobs. Das professionelle Fotoshooting, für das das Bistum Münster eine externe Agentur beauftragt hatte, war eine neue Erfahrung für den jungen Mann – die ihn überzeugt hat. „Die Atmosphäre war super, alle waren gut drauf und Unsicherheiten wurden einem genommen“, sagt er. Jacobs unterstützt das Bistum dabei, sich als Arbeitgeber in der Öffentlichkeit zu präsentieren: „Viele wissen gar nicht, welche verschiedenen Berufe die katholische Kirche anbietet“, spricht er aus eigener Erfahrung.

Dass er einen Beruf im kaufmännischen Bereich ergreifen möchte, hatte Felix Jacobs schon zu Schulzeiten für sich klar. „Der Wirtschaftsunterricht hat mir viel Spaß gemacht, da ging es um ganz praktische Dinge“, blickt er zurück. Den Realschulabschluss in der Tasche, bewarb sich der gebürtige Billerbecker beim Bistum Münster. „Das Bewerbungsgespräch habe ich als Möglichkeit für beide Seite gesehen, sich kennenzulernen. Am Ende wusste ich: Hier kann ich mir eine Ausbildung vorstellen“, erzählt Jacobs. Verschiedene Abteilungen durchlief er in den drei Jahren, bekam Einblicke in die unterschiedlichen Tätigkeiten – in der Schulverwaltung ebenso wie in der IT-Abteilung oder den Bildungshäusern.

Mit 19 Jahren schloss Jacobs die Ausbildung erfolgreich ab – und entschied sich weiterzumachen. Zweimal pro Woche besucht er nun nach der Arbeit die Ludwig-Erhard-Berufsschule in Münster, lernt Strategien zur Bewältigung für komplexe Aufgaben und Führungskompetenzen. „Ich bin froh, dass mein Arbeitgeber mich bei meinem berufsbegleitenden Studium unterstützt“, sagt der junge Mann, der mittlerweile in Münster wohnt. Dank flexibler Arbeitszeiten, Bildungsurlaub, den Jacobs zum Lernen gut gebrauchen kann, und Kollegen, die ihm den Rücken freihalten, schafft er die Anforderungen. „Für mich ist die Fortbildung eine große Chance“, betont der 21-Jährige, der auch weiterhin beim Bistum arbeiten möchte.

Die Voraussetzungen dafür sind geschaffen: Seit einigen Wochen hat Jacobs eine neu geschaffene Stelle in der bischöflichen Verwaltung angetreten. Im Referat Zentraler Einkauf schließt er unter anderem Rahmenverträge beispielsweise mit Energielieferanten, Umzugsunternehmen oder Autohändlern zwecks Dienstfahrzeugen ab. Außerdem erstellt er Marktanalysen unter Berücksichtigung von ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten. „Ich habe dabei die Möglichkeit, eigenverantwortlich und proaktiv zu arbeiten“, freut sich Jacobs auf die Herausforderung.

Ann-Christin Ladermann